Cookies speichern Logins und steuern Datenschutzeinstellungen. Google arbeitet mit FLoC an einem Nachfolger, aber ist das eine so gute Idee? Kritiker und Tech-Giganten sind besorgt.
Websites dürfen nicht einfach persönliche Daten speichern und Werbung einblenden. Dazu müssen die Nutzer erst ihre Zustimmung geben. Das geschieht jetzt mit Cookies.
Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die Interneteinstellungen oder einen Verweis darauf speichert. Wenn Sie diese Cookies akzeptieren, können Unternehmen Ihr Surfverhalten speichern. Und zum Beispiel Werbekampagnen darauf abstimmen.
Cookies sind für Werbetreibende unverzichtbar, und Google hat seine eigene Vorstellung von Privatsphäre. Deshalb arbeitet der Tech-Riese an einem Nachfolger für Cookies: FLoC. Datenschutzexperten warnen vor den Gefahren.
Was genau ist Google FLoC?
Cookies funktionieren auf individueller Basis. Wenn Sie als Nutzer Cookies akzeptieren, schreibt eine Website eine Datei auf Ihren Computer, Ihr Tablet oder Ihren Desktop. Cookies können auch später wieder gelöscht werden.
Die FLoC-Technik von Google hilft Werbetreibenden, potenzielle Kunden ohne Cookies anzusprechen.
Ein Browser mit der FLoC-Technik sammelt Daten über die Surfgewohnheiten eines Nutzers. Der Browser ordnet diese Informationen dann einer „Kohorte“ (Gruppe) zu. Dabei handelt es sich zum Beispiel um eine Gruppe von Nutzern mit denselben Surfgewohnheiten oder Interessen.
Die Kohorten (Gruppen) erhalten eine eindeutige ID. Der Browser teilt diese dann mit Websites und Unternehmen, die nun gezielt Werbung schalten können. Da jede Gruppe aus Tausenden von Nutzern besteht, ist die Privatsphäre laut Google nicht betroffen.
Warum halten Kritiker Google Floc für eine schlechte Idee?
Datenschutzexperten sind sehr besorgt über Google FLoC. Dafür haben sie mehrere Gründe.
1. Google FLoC erhöht das Risiko des Fingerprinting
Computer unterscheiden sich von einander und haben einzigartige Eigenschaften. Dazu gehören das Betriebssystem, die installierte Software, die angeschlossene Hardware usw. Dadurch entstehen einzigartige Fingerabdrücke, die Hacker und Werbetreibende ausnutzen können.
Je unterschiedlicher Ihr Computer aussieht, desto einfacher ist es, einen „Fingerabdruck“ von ihm zu erstellen. Und da die Kohorten bei FLoC aus Tausenden von Nutzern bestehen, ist es noch einfacher, einzelne Nutzer aufzuspüren, befürchten Experten.
2. Google FLoC erleichtert das Kombinieren von Daten
Obwohl es nicht erlaubt ist, können kommerzielle Parteien schon jetzt oft Einzelpersonen identifizieren. Zum Beispiel mit spezieller Software oder weil sie sich mit ihrem einzigartigen Google-Konto anmelden.
Damit FLoC für Werbetreibende nützlich ist, gibt die Kohorte eines Nutzers zusätzliche Informationen preis. Kombiniert mit bereits vorhandenen Informationen können datenschutzsensible Daten so öffentlich werden.
Tracker können durch Reverse Engineering beispielsweise herausfinden, welche Websites Sie besucht haben und welche Vorlieben Sie haben. So erfahren sie immer besser, wer Sie sind oder was Sie mögen: männlich, weiblich, schwul, heterosexuell, Radfahren, Partys, Gesundheit usw.
Auf der Website Ihres Arztes macht es Ihnen wahrscheinlich nichts aus, einige medizinische Daten einzugeben. Aber FLoC teilt im Grunde persönliche Daten mit jedem, argumentieren die Gegner.
3. Google FLoC begünstigt Diskriminierung
Ein dritter Kritikpunkt hat mit Diskriminierung zu tun. FLoC versucht zu verhindern, dass Tracker Informationen mit bestimmten Personen in Verbindung bringen. In der gegenwärtigen Konstellation können Tracker dies jedoch immer noch auf Umwegen tun.
Schon jetzt können Werbetreibende die Ausdrücke nach ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Alter, politischen Präferenzen und Einkommen abstimmen. Google FLoC macht das Targeting besonders einfach, was das Risiko diskriminierender und irreführender Äußerungen erhöht. Daher sind Kritiker der Meinung, dass von dieser Art von Technik abgeraten werden sollte.
4. Google stellt Werbetreibende in den Vordergrund
FLoC wurde noch nicht offiziell eingeführt, aber Google treibt die Entwicklung voran. Dabei stehen nicht die Nutzer, sondern die Werbetreibenden an erster Stelle. Dies geht auf Kosten Ihrer Privatsphäre, weshalb wir die Entwicklungen genau beobachten.
Tipp. Google testet FLoC derzeit weltweit. Benutzen Sie Google Chrome als Browser? Dann finden Sie unter amifloced.org heraus, ob Sie in der Testgruppe sind.
Google setzt FLoC trotz Kritik fort
Nach einem vorübergehenden Stopp treibt Google die Einführung des Cookie-Nachfolgers FLoC weiter voran. Der Tech-Riese plant, Chrome-Nutzer ab dem dritten Quartal 2023 auf FLoC umzustellen, wie aus öffentlichen Dokumenten hervorgeht.
FLoC soll Googles Nachfolger von Cookies werden. Ein Browser mit FLoC-Technologie erstellt Gruppen von Internetnutzern mit ähnlichen Interessen. Diese können dann von Werbetreibenden gezielt angesprochen werden. Die Gegner sind jedoch sehr besorgt über den Datenschutz.
Google hat bereits unaufgeforderte FLoC in seinem Browser Google Chrome getestet. Dieser Test wurde nach weltweiter Kritik gestoppt, wird aber jetzt in begrenztem Umfang wieder aufgenommen. Das Unternehmen beabsichtigt weiterhin, Google Chrome-Nutzer ab Ende 2023 auf FLoC umzustellen.
Mehrere Browserhersteller und Parteien wie WordPress und Drupal haben erklärt, dass sie FLoC nicht unterstützen. Und die britische Wettbewerbsbehörde hat bereits eine Untersuchung gegen die Initiative eingeleitet. Dennoch hofft Google immer noch, die Technologie einzuführen, da der finanzielle Einsatz zu hoch ist.
Klarned nimmt Ihre Privatsphäre sehr ernst
Bei allen Websites, die bei uns betrieben werden, ist die FLoC-Abmeldung seit Juni 2021 automatisch aktiviert; sie zählen also nicht zu FLoC. Sie müssen also nicht mehr selbst ein Plugin installieren, sondern dies wird automatisch für Sie erledigt.
Vielleicht wussten Sie es schon: Der niederländische Webhosting-Markt wird von einem großen Anbieter beherrscht: Total Webhosting Solutions. Bei Klarned ziehen wir es vor, unabhängig zu bleiben. Das hat mehrere Vorteile für Sie, unter anderem:
- Wir verwenden unsere eigenen Server
- Ihre Daten befinden sich in den Niederlanden
- Ihre Privatsphäre und die Sicherheit von WordPress stehen an erster Stelle
Ein kurzer Blick auf die Websites von Yourhosting, Strato, Neostrada, Savvi, Transip und Versio (Anmerkung: Stand 29. Juni 2021, nicht alle sind Teil der TWS) zeigt, dass sie das Opt-out auf ihren eigenen Websites nicht verwenden.
Wir bei Klarned wollen der beste WordPress-Hoster sein, und das können wir nicht, wenn andere über Sie entscheiden. Lieben Sie Ihre Privatsphäre und sind Sie genauso hartnäckig? Dann schauen Sie sich unsere Pakete an.
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